Bei der Beauftragung einer SEA-Agentur wird über Budget, Ziele und Berichte gesprochen. Über die Kontostruktur meist nicht. Dabei entscheidet sie darüber, wie teuer ein späterer Wechsel wird.

Was in einem Werbekonto steckt

Ein Konto ist kein Behälter für Anzeigentexte. Darin sammeln sich über Jahre:

  • Konversionshistorie – die Grundlage jeder automatischen Gebotsstrategie
  • Lernphasen – das, was die Automatik über Ihr Geschäft gelernt hat
  • Zielgruppenlisten – Besucher, Käufer, Warenkorbabbrecher
  • Ausschlusslisten – oft jahrelang gepflegt, schwer zu rekonstruieren
  • Vergleichsdaten – ohne die sich keine Entwicklung beurteilen lässt

Nichts davon lässt sich exportieren und anderswo einspielen. Es ist an das Konto gebunden.

Die drei üblichen Konstellationen

Konto gehört dem Unternehmen

Der Regelfall, den man anstreben sollte. Das Konto ist auf Ihr Unternehmen angelegt, die Agentur wird über ein Verwaltungskonto verknüpft und erhält Zugriff. Bei einer Trennung wird die Verknüpfung aufgehoben – alles bleibt.

Konto gehört der Agentur

Kommt häufiger vor als vermutet, oft ohne böse Absicht: Es war beim Start schneller. Bei einer Trennung beginnen Sie neu, und zwar vollständig.

Konto gehört dem Unternehmen, Zahlung läuft über die Agentur

Der unauffälligste Fall und trotzdem heikel. Bei einem Streit über eine offene Rechnung stehen die Anzeigen still, weil die Zahlung ausbleibt – unabhängig davon, wer im Recht ist.

Was in den Vertrag gehört

Sämtliche Werbekonten werden auf den Auftraggeber angelegt oder auf diesen übertragen. Der Auftragnehmer erhält Zugriffsrechte für die Dauer des Vertrags. Zahlungsmittel und Rechnungsanschrift lauten auf den Auftraggeber.

Dazu eine Regelung für das Vertragsende: Zugriffsentzug innerhalb einer benannten Frist, Übergabe der Dokumentation, keine Änderungen mehr am Konto nach dem letzten Tag.

Wenn es schon zu spät ist

Fragen Sie nach einer Übertragung. Technisch ist sie möglich, und viele Agenturen kommen dem nach – die Anfrage ist allerdings ein Signal, das man einkalkulieren sollte.

Wird sie abgelehnt, wissen Sie, woran Sie sind. Dann lohnt es sich, den Neuaufbau bewusst zu planen statt ihn im Streit zu erleiden: neues Konto parallel aufsetzen, Konversionsmessung einrichten, überlappend fahren und erst dann trennen.